Turmalin von A bis Z: Das Theater der 1000 Stimmen

Zwischen südlicher Stadtmauer und Justizbezirk liegt ein imposantes Amphitheater, bekannt als das Theater der 1000 Stimmen. Durch sechzig Tore mit fünfeckigem Querschnitt gelangt man ins Innere des Gebäudes.

Ein ausgeklügeltes System von Treppen und Gängen in den vier Stockwerken führt in kurzer Zeit zu jedem Platz auf der Tribüne. 120 Logen bieten Platz für Mitglieder des Adels und wohlhabende Besucher. Der Amundara besitzt eine eigene Loge, die etwa 40 Gäste aufnehmen kann. Insgesamt finden bei Bedarf bis zu 35.000 Besucher Platz.

Die Konstruktion des Theaters ermöglicht eine Vielzahl inszenatorischer Besonderheiten. So verfügt das Bauwerk über zahlreiche Falltüren, Versorgungsschächte, Geheimwege, Aufzüge, Winden, Flaschenzüge und versenkbare Bühnen. Teile der Bühnenanlage können geflutet werden.

Durch geniale architektonische Kniffe und gezielte Anwendung alchemistisch veränderter Materialien sind die Schauspieler und Musikanten an jedem Platz des Theaters klar und deutlich zu verstehen. Zudem gibt es in jedem der 175 Sitze umfassenden Blocks einen Punkt, den sogenannten Stimmkreis, von dem aus ein Sprecher im Theater gehört wird, als stünde er im Zentrum der Anlage. Häufig werden die Zuschauer in die Stücke einbezogen, etwa bei klassischen und sehr bekannten Aufführungen oder auch bei Improvisationen.

Es ist erlaubt und durchaus üblich, im Theater der 1000 Stimmen eine sogenannte Narrenmaske zu tragen. Diese Masken werden in der Regel aus einer Art Papier oder dünnem Holz hergestellt und verbergen die Züge des Trägers vollständig. Nur Augen und Mundpartie bleiben frei. Dieser Brauch erlaubt es Sprechern aus dem Publikum, besonders in teilweise improvisierten Inszenierungen kritische Beiträge zu geben – sei es zum aktuellen Stück oder zu Politik und Religion. Daher rührt auch der Name des Theaters.

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