Turmalin von A bis Z: Das Goldene Archiv

Ein mächtiges, schmuckloses Gebäude thront auf einer Anhöhe gleich hinter dem größten Tempel des Aurun und stellt diesen durch seine Ausmaße in mehr als nur einer Hinsicht in den Schatten.

Die Priesterschaft ist darüber besonders unglücklich, denn sie hat das Bauwerk selbst errichtet und über die Jahrhunderte hinweg stetig ausgebaut. Es handelt sich um das Goldene Archiv, in dessen Mauern ungezählte Dokument aller Art gesammelt und gelagert werden – Aufzeichnungen über Geburten und Todesfälle, Erntelisten, Besitzurkunden, Handelslisten, Steuerpläne, Karten, Chroniken und vieles mehr.

Das Archiv besitzt inzwischen über der Oberfläche acht Stockwerke und hat damit seine Höhe seit der Gründung vervierfacht. Von außen ist durch eine einheitliche Fassade und regelmäßige Renovierungen davon nichts zu bemerken, im Inneren jedoch sind die unterschiedlichen Baustile deutlich zu erkennen. Die Kellergewölbe erstrecken sich derzeit auf elf Etagen in die Tiefe und sind durch Treppenanlagen und per Hand betriebene Fahrstühle zu erreichen.

Geleitet wird das Archiv von den Aulari, den Schriftkundigen der Priesterschaft, die jedoch durchaus auch Außenstehende in Anstellung nehmen, wenn diese die entsprechenden Fertigkeiten mitbringen. Viele der wichtigen Dokumente werden mit einer mineralhaltigen, alchemistischen Substanz behandelt, welche die Haltbarkeit und Widerstandskraft der Schriftstücke deutlich erhöht. Das beschriebene Material nimmt dadurch einen leichten goldenen Glanz an, dadurch erhielt das Archiv seinen Namen. Die Substanz färbt in geringem Maße ab, deshalb haben die Angestellten häufig einen goldenen Schimmer an ihrer Kleidung oder auf ihrer Haut, besonders an den Händen.

Es gibt einen Bereich in den Kelleranlagen des Archivs, den nur ranghohe Priester und Besucher mit besonderer Genehmigung betreten dürfen und dessen Inhalt kaum bekannt ist. Die Obrigkeit der Audara begründet das mit der Kostbarkeit und der Wichtigkeit der religiösen Schriften, die hinter den scharf bewachten Eisentüren aufbewahrt werden.

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