Turmalin von A bis Z: Das Juwelenmeer

Die Wasser des Juwelenmeeres erstrecken sich über das Dreieck, dass vom Blauen Archipel vor Hedaras, der östlichen Küste des Subkontinents Mekaskos und dem nördlichen Teil von Helialis gebildet wird. Turmalin liegt am südlichsten Zipfel dieser Ausdehnung.

Das Gebiet gehört zu den ruhigsten der kleineren Meere auf Aurealis. Schiffskapitäne und Seevolk gleichermaßen schätzen die selten von Naturgewalten heimgesuchte Region. Wenn jedoch einmal ein Sturm losbricht, dann geschieht das sehr schnell und in der Regel mit geringer Vorwarnzeit. Diese auch „Geisterstürme“ genannten Phänomene brechen meist aus nördlicher oder nordöstlicher Richtung herein. Ein erfahrener Seemann erkennt die typischen, sehr niedrigen Schlierenwolken, die sich vor Ausbruch des Sturms am Horizont bilden.

Seinen Namen hat das Juwelenmeer von der Schilla, einer in diesem Gebiet gehäuft auftretenden Quallenart. Die Qualle wird im Durchschnitt etwas so groß wie der Kopf eines Menschen, kann aber bis zu einem Schritt Durchmesser erreichen. Im Zentrum ihres sphärischen, durchsichtigen Körpers befindet sich ein Organ, in dem eine Art Kristall eingebettet ist, der über die gesamte Lebenszeit der Qualle nie aufhört zu wachsen. Die Geschöpfe nutzen diese Kristalle offenbar zur Kommunikation, indem sie geringe elektrische Ströme erzeugen. In der Dunkelheit sind diese Impulse häufig von Lichterscheinungen begleitet. Wenn ein ganzer Schilla-Schwarm mit tausenden von Tieren des Nachts unterwegs ist, so kann der glückliche Beobachter ein spektakuläres Farbenspiel miterleben, das an das Glitzern von Juwelen erinnert.

Ab einem gewissen Alter der Qualle ist der Kristall so weit verfestigt, dass daraus überaus kostbare Schmucksteine angefertigt werden können, denen allerlei besondere Eigenschaften nachgesagt werden. Die Tiere lassen sich jedoch nicht züchten, so dass die Qualle im Meer gefangen werden muss. Das ist allerdings ein schwieriges Unterfangen. Die erwachsene Qualle lebt für gewöhnlich nur noch im Schwarm und in einer gewissen Tiefe. Netzfang hat so selten Erfolg, dass sich der Aufwand nicht lohnt. Ein Taucher geht wiederum ein hohes Risiko ein: Das Feld, dass durch die Signale der Quallen erzeugt wird, bewirkt Orientierungslosigkeit, Schwindelgefühl und im Extremfall sogar Muskelkrämpfe.

2 Kommentare zu “Turmalin von A bis Z: Das Juwelenmeer”

  1. Zafira schreibt:

    Ich möchte auch einmal ins Wasser des Juwelenmeeres eintauchen!!!

  2. Achim schreibt:

    Der seltenen Zafira-Schlange begegnet man hauptsächlich in den unbesiedelten Küstengebieten, bevorzugt in ruhigen Buchen von Helialis. Sie kann sich zu Lande und auf Bäumen gut fortbewegen, lebt aber hauptsächlich im Wasser, kann schnell schwimmen und sehr tief tauchen. Das hochgiftige Reptil wird bis zu drei Schritt lang und ist dabei nur fingerdick. Die Schlange ist wenig aggressiv, aber schreckhaft. Ihr Schuppengewand weißt ein faszinierendes Muster aus Schattierungen von Schwarz, Blau, Grün und Orange auf. Es heißt, dass man einen Blick in die eigene Zukunft werfen kann, wenn es einem gelingt, das Muster einer lebenden Zafira lange genug konzentriert zu beobachten.

Schreiben Sie eine Antwort