In eigener Sache: Spam & Co
Sie haben eine Spam-Email von mir bekommen?
Ich erhielt heute einen Anruf und eine Beschwerde. Jemand hatte eine Spam-Email erhalten und ich war offenbar als Absender eingetragen. Ich solle das unterlassen, ansonsten würde die Polizei eingeschaltet werden.
Eigentlich hatte ich gehofft, dass meine unangenehmen Erfahrungen mit der Spam-Email-Szene – über den täglichen E-Müll hinaus – endgültig der Vergangenheit angehören würden. Aber wie man sieht, ist man nie wirklich sicher.
Vor einigen Jahren fand ich mich in folgendem Szenario wieder: Ich erhielt täglich Hunderte von Emails, alle mit dem Hinweis, dass “meine” Nachricht aus unterschiedlichen Gründen nicht zugestellt werden konnte. Was war passiert?
Jemand hatte erhebliche Mengen von Spam-Emails mit gefälschtem Absender verschickt. Für die Absender-Adressen nutzen diese Leute existierende Domains, in meinem Fall also greywood.de. Wenn der Empfänger entsprechend geschützt war (oder auch der Postkorb des Empfängers voll), dann wurden die Emails an den vermeintlichen Absender zurück geleitet – also an mich. Unter Umständen war der Absender einfach noch mit einem Zufallsnamen versehen. Das Opfer bekam dann eine Email von beispielsweise vwxyz@greywood.de. Damals hatte ich noch einen Catch-All-Account für Email eingerichtet, der möglichst vermeiden sollte, dass Emails mit Tippfehlern in der Adresse abgewiesen werden. Ich habe also all diese zurück geleiteten Mails bekommen – an schlimmen Tagen bis zu 1000.
Das habe ich ein paar Tage lang verkraftet und dann den Catch-All-Account abgeschaltet. Damals habe ich dann selbst versucht, den Urheber ausfindig zu machen, musste aber irgendwann einsehen, dass sowas nicht möglich ist. Die gültigen Internetprotokolle verhinden das, und jemand mit den entsprechenden Kenntnissen kann eine Email in wenigen Augenblicken so verändern, dass ein beliebiger Absender angezeigt wird. Die existierenden Domains werden verwendet, um die Abweisungsrate gering zu halten. Ich habe meinen Rechner auf etwaigen “Wormbefall” untersucht, obwohl ich im Heim-Netzwerk hinter WLAN-Router und Firewall sitze. Ich habe auch bei meinem Provider nach Problemen befragt. Erfolglos.
Es gibt in diesem Fall also zwei Opfer(gruppen): Diejenigen, welche die Spam-Mails erhalten, und diejenigen, deren Domain-Namen dafür missbraucht wurden.
Glauben Sie mir – wenn ich könnte, würde ich etwas dagegen tun. Für mich ist das noch deutlich unangenehmer. Letztendlich bleibt mir nichts anderes übrig, als die Sache auszusitzen. Mehr Information gibt der Verein Antispam e.V. unter anderem hier: Meine Email-Adresse wurde als Absender missbraucht und JoeJob.
Der zu Beginn erwähnte Anrufer bemerkte, er habe mir eine Email an die im Impressum angegebene Adresse geschickt. Diese sei aber mit dem Vermerk “Nicht zustellbar” zurück gekommen. Dafür wiederum habe ich keine Erklärung und das ist mir auch neu. Genaugenommen ist das sogar ziemlich gruselig. Immerhin sollten Leute in der Lage sein, darüber mit mir Kontakt aufzunehmen. Über diverse externe Email-Accounts habe ich Tests durchgeführt und konnte das Problem bisher nicht reproduzieren.
Ich betreibe keinen eigenen Server. Mein Webspace wird bei All-Inkl.de geführt. Für meinen eigenen Spam-Schutz habe ich die von meinem Provider empfohlenen Filteroptionen aktiviert. Dazu gehört der Abgleich mit Spam-Datenbanken und das Greylisting. Bei diesem Verfahren erhält der Server des Absenders einer Email, dessen Server unbekannt ist, eine Nachricht mit der Bitte, diese Email noch einmal zu verschicken. Wenn das nicht passiert, wird die Nachricht nicht zugestellt. Alle aktiven Filter meines Accounts löschen aber entweder die Spam-Mails oder markieren sie als solche. Nichts wird zurück geschickt.
Dies ist meine Situation. Ich kann natürlich niemanden daran hindern, rechtliche Schritte einzuleiten, aber das bliebe – abgesehen von Unannehmlichkeiten für alle Beteiligten – ohne Ergebnis. Im Bedarfsfalls finden Sie meine vollständigen Kontaktdaten, inklusive postalische Adresse und Telefonnummer, im Impressum. Ich bezweilfe, dass ein Spam-Verbrecher so etwas tun würde.
Sie haben mein Mitgefühl, glauben Sie mir. Aber ich bin bei diesem Problem leider hilflos.